Bürgerdialog „A26 – Verkehr im Alten Land“ (Fortsetzung)

Die Verkehrssituation im Alten Land ist verfahren. Viele Bürger beklagen eine massive Belastung durch Schwerlasttransporte über Straßen auf „Puddingboden“, die dafür weder ausgelegt noch geeignet sind. Planung und Baumaßnahmen sind auf mehrere verantwortliche Behörden im Land, in den Kreisen, in einigen Gemeinden und in Hamburg verteilt. Die Koordination hat bisher nicht reibungslos geklappt. Entscheider reden nicht (früh) genug miteinander. So lautete, zugespitzt formuliert, das Ergebnis einer breit angelegten Analyse, die das Dortmunder Unternehmen IKU_Die Dialoggestalter im März 2015 im Auftrag der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr durchgeführt hat. Fast 30 ausführliche Interviews mit Vertretern von Land, Kreisen und Kommunen, von Verbänden und Bürgerinitiativen spiegelten den Eindruck: Die Koordination von Maßnahmen ist suboptimal! Zwei Zitate, die stellvertretend für viele Aussagen stehen:

„Die Verkehrssituation im Alten Land ist chaotisch.“

„Die zuständigen Behörden ziehen nicht an einem Strang.“

Die Quintessenz: Mehr miteinander reden! Besser koordinieren! Auf der Suche nach guten Lösungen für die Menschen im Alten Land an einem Strang ziehen – und zwar gemeinsam in dieselbe Richtung. Dazu startet im Spätsommer 2015 ein Dialogprozess. Begleitet wird er von einem Behördenkreis mit Vertretern der Länder Niedersachsen und Hamburg, der Landkreise Stade und Harburg, der Stadt Buxtehude und der Gemeinde Neu Wulmstorf. Drei Vertreter der Bürgerinitiativen aus dem Alten Land gehören diesem Gremium ebenfalls an. Sie wurden von den Bürgerinitiativen selbst benannt und in den Behördenkreis delegiert.
Die Öffentlichkeit wird über Forums-Veranstaltungen aber auch ganz direkt beteiligt. Anwohner können dort Kritik üben, Ideen und Anregungen loswerden, Fragen stellen und Antworten einfordern. Sie werden über Zwischenstände und Mitte 2016 über das Ergebnis informiert. Ziel ist ein zwischen den Beteiligten abgestimmter und verbindlicher Fahrplan für die Planung und Umsetzung von Verkehrsmaßnahmen in den kommenden Jahren. In die Abschlussvereinbarung werden auch die Erkenntnisse aus einer Befragung von Fachleuten aus der Wirtschaft einfließen. IKU wird dazu in den nächsten Wochen die Industrie- und Handelskammern, die Hafenwirtschaft, Logistikunternehmen u.v.m. um ihre Einschätzung der Problemlagen und um Lösungsvorschläge bitten.
Legen wir also los – bei 3, 2, 1…!